Ein anderes Denken - Bewusstsein im Management

In den Veränderungs- und Kommunikationsprozessen von Unternehmen werden Problemlagen zumeist mit methodischen Vorgehensmodellen von Außen begriffen und angegangen. Seit Jahren versucht eine theoretische Grundlagenforschung wie beispielsweise in der Neuroforschung oder der Psychologie zu erhellen, wie Phänomene der Innerlichkeit, des Bewusstseins und der Subjektivität in der Kommunikation und seinen täglichen Aushandlungsprozessen entstehen. Denkt man hier konsequent weiter und beobachtet die eigene tägliche Erfahrung genau, wie sie sich anfühlt, mitunter schmerzlich, mitunter motivierend, dann will man auch begreifen, wie sie zustande kommt. Dabei wird nur eine systematische und empirische Methode Akzeptanz finden. So liefen die Forschungsbemühungen darauf hinaus, die Erfahrungsmethode der Naturwissenschaften auf diese inneren Phänomene zu übertragen.

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Wohin führt der Blick nach innen?


Es kommt zu einer subtilen Selbstbefragung, Selbstbeobachtung und Selbstwahrnehmung. Die Erfahrungen aus den Weisheitstraditionen in West und Ost, sowie Psychologie (Freud) und Phänomenologie (Husserl) beschreiben die bei der Wahrnehmung aufkommenden Bewusstseinsakte. Mit diesem Blick in die Innerlichkeit und Bewusstseinstrukturen des eigenen Selbst öffnet sich ein neues Denken. Es ist dann integral, wenn es das Außen (Faktisches wie Strategie, Struktur, Prozesse und Systeme) mit dem Innen (Phänomenales wie Motive, Gefühle, Überzeugungen und Bewusstsein) zusammenführt. Das integrale Denken ist ein Denkraster oder Denkgerüst, das Wissen ordnet und Komplexität reduziert und aus einem integralen Überblick heraus  „prozesshaft“ neues Wissen im Innen und Außen kreativ auftauchen lässt. Es befähigt Führung und Management zu völlig neuen, persönlichen wie gemeinschaftsbildenden Erfahrungen und Einsichten. Integrales Denken liefert fundierte Ansatzpunkte (z. B. für Konzeptentwicklung, Objektivierung, Lösungssuche, Differenzierung, Herzensbildung), die eigene und unternehmerische Entwicklung selbst in die Hand zu nehmen.

Denken ist ohne ein solches integrales Bezugssystem nur eine verkürzte Version. In der Antike sprachen die Menschen von Einsicht, was sich heute als spirituelle Erfahrung bezeichnen ließe. Das logisch-analytische Denken und seine Setzungen durch Vorgaben, Regeln, Konzepte und Begriffe ist eigentlich nur ein reduzierter Teil unseres Denkens gewesen.

Der Zugang zur geistigen Dimension der menschlichen Erfahrung muss Gegenstand des unternehmerischen Diskurses werden, damit Manipulationen und rigorose Einzelinteresses die ökonomische Seriosität nicht unterlaufen. Die aktuellen Verfahren und Modelle bei Veränderungsprozessen und im Change Management berücksichtigen leider nur unzureichend die Zusammenhänge zwischen Bewusstsein, Einstellungen und Verhalten und fördern daher keinen tatsächlichen Wandel im Denken und in der Unternehmenskultur.

Die Dialektik der Aufrichtigkeit und Aufklärung fordert uns deshalb alle auf, die geistig-kulturellen Dimensionen in den Diskurs zurückzuholen, damit die Dominanz des betriebswirtschaftlichen Kalküls nicht allein eine Unternehmensentwicklung bestimmt. Das gelingt umso besser, wenn spirituelle Erkenntnisse in einer zeitgemäßen Form und Praxis reformuliert werden. Demnach ist Wirklichkeit dem Menschen nicht vorgegeben, sondern sie wird durch die Perspektiven des Menschen (und aller lebendiger Wesen) inszeniert. So wird beispielsweise der Bezug zu einem Unternehmenssystem durch den persönlichen Blick geprägt und verantwortet.

Wenn die geistige Dimension in den Diskurs zurückgeholt wird, dann erfährt das Denken der Aufklärung erst wirklich Bestand. Bewusste Führung wird sich einem solchen Verständnis stellen müssen, um glaubwürdig zu sein. Sie wird jeden Tag erneut damit beginnen müssen, eine neue Klarheit und Offenheit ernsthaft zu praktizieren und in diesem Geiste zu kommunizieren. Ein solcher Fortschritt im Denken und Bewusstsein sichert langfristig die Existenz der Unternehmung und bringt Führung in eine neue Legitimation und Lebendigkeit.

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